Das Porzellan blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im Jahr 620 entwickelte man im damaligen Kaiserreich China verschiedene Herstellungsverfahren für Porzellan Material. Dabei wurden sowohl das verwendete Porzellan Material wie auch die Herstellung Porzellan und Prozesse zur Porzellanherstellung streng geheim gehalten. Vor allem in Europa bemühte man sich lange Zeit hinter das Geheimnis des chinesischen Porzellans und des asiatischen Porzellan Geschirr zu gelangen, allerdings gelang es erst im Oktober des Jahres 1708, das erste europäische Porzellan herzustellen.

Die Entwickler dieses ersten europäischen Porzellans waren Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, die in Dresden und in Meißen an der Herstellung Porzellan arbeiteten. Nachdem Ehrenfried Walther von Tschirnhaus verstarb, widmete sich Friedrich Böttger in Meißen weiter dem Porzellan und am 28. März 1709 gab er vor dem sächsischen Hof in Dresden die Erfindung des europäischen Porzellan offiziell bekannt. Infolge dessen wurde bereits im Jahr 1710 die weltberühmte Meißner Porzellanmanufaktur auf der Albrechtsburg eingerichtet, die hauptsächlich Porzellan Geschirr bis heute produziert. Seit dem Jahr 1722 werden alle Produkte aus der Porzellanmanufaktur Meißen mit den beiden gekreuzten Schwertern, auch die blauen Schwerter genannt, signiert. Man geht heutzutage davon aus, dass damit das Meißner Porzellan eines der ersten echten Markenprodukte der europäischen Wirtschaft gewesen ist. Vor allem für den Bereich Porzellan Geschirr wurde das Porzellan Material verwendet.

Auf die Gründung der Porzellanmanufaktur in Meißen folgte im Jahr 1718 eine Produktionsstätte in Wien, die vom Kaiser Karl VI. privilegiert worden ist. Innerhalb der habsburgerischen Ländereien war Wien der einzige Ort gewesen, der demnach exklusiv Porzellan Geschirr und andere Artikel herstellen und weiterverarbeiten durfte. Wie auch bei der Meißner Porzellanmanufaktur produzierte die Porzellanfabrik Wien vorallem für die höfische und adlige Gesellschaftsschicht, die sich für die Exklusivität, Filigranität und hochwertige Qualität des Porzellan Material begeistern konnten und auch einen dementsprechenden Preis zahlen konnten. Das Insignum der Prozellanmanufaktur in Wien wurde der sogenannte Bienenkorb, der wie auch die gekreuzten Schwerter beim Meißner Porzellan als eine Art Echtheitszertifikat bei der Herstellung Porzellan fungierte. Somit entwickelte sich Porzellan in Europa zu einem wichtigen Luxusartikel.

Mit Beginn der Industrialisierung und der sich ändernden Sozialstruktur mussten zahlreiche bis dato gegründeten Porzellanmanufakturen ihre Produktion einstellen. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zu zahlreichen Schließungen innerhalb der Porzellanwirtschaft. Allerdings versprach das Auffinden großer Kaolinvorkommen in Nordbayern um 1850 einen erneuten Aufschwung und die Region um Selb in Nordbayern und Weiden in der Oberpfalz wurde zur Hauptproduktionsstätte von Porzellan Material in Deutschland. Die Industrialisierung fand besonders mit dem beginnenden 20. Jahrhundert Einzug in die Porzellan Herstellung. So wurden die arbeitsprozesse zunehmend mechanisiert, neue leistungsstärkere Brandöfen und spezialisierte Maschinen wurden in die Produktion eingebunden. Aber bis heute hat sich die Handarbeit in der Herstellung Porzellan bewahren können. Besonders im Bereich der Porzellanmalerei können Maschinen diese filigrane und kreative Arbeit nicht übernehmen. Heute ist die Herstellung Porzellan auf das Marktsegment Porzellan Geschirr fokusiert und setzt seine Waren überwiegend im Luxusartikel-Bereich um.