Liebe Fans von Porzellan und Geschirr. Heute möchte ich Euch mit dem Beitrag von Iris Geominy beglücken. Sie ist große Anhängerin von Bavaria Blau, dem feinen, und filigran verzierten Tafelporzellan aus Bayern – Naja, sie war es, aber sie erzählt uns, wie auch beim Porzellan die Liebe dort hinfällt, wo sie eben hinfällt. Viel Spaß bei Lesen:
Im Allgemeinen wird uns Frauen ja immer ein Schuhtick attestiert – bei mir war das aber mit meiner ersten „großen Liebe“ etwas anders.
Wir alle wissen, dass sich unsere Neigungen und unser Geschmack mit den Jahren oft extrem verändern, so auch bei mir Ende der 70ger Jahre. War es vorher noch braunes Keramikgeschirr mit gelben dicken Knöpfen auf den Kannen, passend zu den bunten Tapeten und den Kiefernmöbeln, so änderte sich mein Geschmack grundlegend durch neue Lebensumstände.
Ist es wirklich so, dass Menschen bei Trennungen ihren Haarschnitt oder ihre moralische Gesinnung ändern? Ich schnitt mir die Haare raspelkurz, verkaufte meine spießigen Möbel und rannte von nun an von einem Trödler zum nächsten. Zu alten Möbeln passt natürlich auch nur altes Geschirr, dabei fiel mein Blick auf Bavaria Blau. Das war der „Beginn einer großen Leidenschaft“.
Ich stöberte überall, natürlich interessiert mich nur als alte Geschirr und es ist erstaunlich, wie viel Geld so etwas kostet. Da ich nicht über solche Mittel verfügte, wünschte ich mir halt immer mal wieder was zum Geburtstag oder zu Weihnachten.
Ich erinnere mich gern an die Kaffeestunden mit der gesamten Familie, (damals lebten noch alle Eltern) alles in blau weiß, sogar die Deckchen. Jetzt kann man sagen: „Oh wie schaurig“, habe ich aber damals nicht so empfunden, war ja im Blaurausch.
Vor ca. 7 Jahren, man kann es schon ahnen, veränderten sich meine Lebensumstände wieder. – Nein, nicht mein Mann wurde entsorgt, sondern wir zogen in ein anderes Haus.
Plötzlich wurden unsere Möbel jünger, so wie wir immer älter werden! Erstaunlich!